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Heizsaison in der Mietwohnung: 5 Dinge, die ich vor dem ersten Frost erledigt habe, und was sie gebracht haben

Illustration eines Heizkörpers mit Thermostat unter einem Fenster mit Vorhang und einem Zugluftstopper an der Tür, mit dem Text: Heizsaison in der Mietwohnung, Heizverbrauch nach 5 Handgriffen, 14,9 % weniger

Im September 2025 lag die Heizkostenabrechnung für unsere Mietwohnung im Briefkasten, und unten stand eine Nachzahlung. Keine riesige Summe, aber genug, dass ich mich an den Küchentisch gesetzt und die Zahlen zum ersten Mal wirklich gelesen habe. Mein Mann meinte, das sei eben so. Ich war überzeugt, dass in unseren 68 Quadratmetern mehr drin ist, ohne dass wir im Pulli auf dem Sofa sitzen.

Also habe ich Mitte Oktober 2025, bevor die Nächte unter null gingen, fünf Dinge erledigt. Kosten: 192,40 €, verteilt auf ein Wochenende und ein paar Abende. Jetzt liegt die neue Abrechnung vor: 930 kWh weniger Heizverbrauch, also 14,9 %, und 94,40 € weniger Heizkosten. Hier zeige ich dir, was jede Maßnahme gekostet hat, was sie wohl gebracht hat und wo ich unsicher bin. Wenn du Heizkosten sparen willst und in einer Mietwohnung wohnst, ist das hier mein ehrlicher Erfahrungsbericht.

Warum lohnt sich der Blick auf die Heizkosten gerade in diesem Herbst?

Weil Energie insgesamt wieder spürbar teurer wird, auch wenn nicht jede Heizart gleich betroffen ist. Laut Statistischem Bundesamt lag die Inflationsrate im September 2026 bei 3,3 %, Energie war 14,9 % teurer als ein Jahr zuvor. Der größte Treiber beim Heizen war Heizöl mit 74,9 % mehr. Haushaltsenergie insgesamt stieg dagegen nur um 0,5 %, Erdgas war sogar 2,8 % günstiger als im September 2025, Fernwärme 1,0 % günstiger.

Unser Haus hängt an einer Gaszentralheizung. Für uns heißt das: Der Preis ist gerade nicht das Problem, der Verbrauch ist der Hebel. Und genau den kann ich als Mieterin beeinflussen. Den Kessel im Keller, die Fenster und die Dämmung kann ich nicht ändern. Wie warm es in welchem Zimmer wann ist, aber schon. Wer mit Öl heizt, spürt diesen Herbst deutlich mehr Druck, für den gelten die gleichen Handgriffe umso mehr.

Welche 5 Dinge habe ich vor dem ersten Frost erledigt, und was haben sie gekostet?

Ich habe fünf Dinge gemacht, die zusammen 192,40 € und rund vier Stunden Arbeit gekostet haben. Keines davon braucht Werkzeug, das über einen Schraubendreher hinausgeht, und alles lässt sich beim Auszug wieder zurückbauen:

Die Thermostate waren die größte Ausgabe. Die Verbraucherzentrale nennt für programmierbare Modelle Preise ab etwa 10 € und für Modelle mit mehr Funktionen ab 35 €. Ich habe vier Stück für je 24,99 € online bestellt, ohne App und ohne WLAN, einfach mit Wochenprogramm am Gerät. Vor dem Bezahlen habe ich bei rabattdigga.de in der Kategorie Zuhause nach Codes geschaut. Bei einem Heizkörper passte das Ventil nicht direkt, der nötige Adapter lag aber zum Glück bei.

MaßnahmeKostenAufwandGeschätzte Ersparnis
Heizkörper entlüften (Entlüftungsschlüssel)3,50 €30 Min.10 €
4 programmierbare Thermostate99,96 €1,5 Std.45 €
2 Zugluftstopper und Dichtband33,97 €1 Std.15 €
Thermovorhang und Reflexionsfolie54,97 €1 Std.15 €
Abrechnung lesen, Verbrauch monatlich prüfen0,00 €20 Min. im Monat9 €
Gesamt192,40 €rund 4 Std. plus 20 Min. im Monatrund 94 €

Die letzte Spalte ist meine Schätzung. Die Abrechnung sagt mir nur, wie viel wir insgesamt weniger verbraucht haben, nicht welche Maßnahme wie viel beigetragen hat. Ich habe die 94,40 €, gerundet 94 €, so verteilt, wie es für mich plausibel ist: Die Thermostate senken die Temperatur jeden Tag viele Stunden lang, ein Zugluftstopper wirkt eher an kalten, windigen Abenden.

Balkendiagramm meiner geschätzten Ersparnis pro Maßnahme in der Heizsaison 2025/26: programmierbare Thermostate 45 €, Zugluftstopper und Dichtband 15 €, Thermovorhang und Reflexionsfolie 15 €, Heizkörper entlüften 10 €, monatliche Verbrauchsinfo 9 €; zusammen rund 94 €

Die Thermostate haben den größten Anteil. Die Aufteilung ist meine Schätzung, die Summe von 94,40 € steht so in der Abrechnung.

Was haben die 5 Dinge am Ende wirklich gebracht?

Laut Abrechnung haben wir in der Heizsaison 2025/26 5.310 kWh verbraucht, im Jahr davor waren es 6.240 kWh. Unser Abrechnungszeitraum läuft von Juli bis Juni, deshalb kam die Abrechnung für den letzten Winter jetzt im September. Die Heizkosten sind von 784,30 € auf 689,90 € gesunken. Das sind 94,40 € weniger, nicht 15 %, weil ein Teil der Kosten nach Wohnfläche verteilt wird und sich nicht ändert, egal wie sparsam ich heize.

Und das Wetter? Das ist der Punkt, bei dem ich am vorsichtigsten bin. Ein milder Winter kann jede Sparmaßnahme besser aussehen lassen, als sie ist. Laut Deutschem Wetterdienst lag die Mitteltemperatur im Winter 2025/26 vorläufig bei 1,8 °C, im Winter davor bei 2,1 °C. Der letzte Winter war also eher etwas kälter. Dazu kommt: Die Heizkostenverordnung schreibt in § 6a vor, dass du bei einer verbrauchsabhängigen Abrechnung zusammen mit der Abrechnung einen grafischen Vergleich deines witterungsbereinigten Verbrauchs mit dem Vorjahr bekommst. In unserer Grafik ist der Rückgang sogar ein Stück größer als im Rohwert.

Vergleich meiner Heizkostenabrechnung: 2024/25 6.240 kWh und 784,30 € Heizkosten, 2025/26 5.310 kWh und 689,90 €; Winter laut DWD 2,1 °C und 1,8 °C im Mittel; Ergebnis 930 kWh und 94,40 € weniger, also 14,9 % weniger Verbrauch

Zwei Abrechnungen, ein Ergebnis: weniger Verbrauch, obwohl der Winter etwas kälter war.

Gekostet hat alles einmalig 192,40 €. Bei rund 94 € weniger im Jahr macht es sich nach gut zwei Heizperioden bezahlt, und Thermostate und Vorhang nehme ich beim Umzug mit.

Was ich nicht sauber trennen kann: Wir haben im Winter 2025/26 auch bewusster gelüftet und die Temperatur im Wohnzimmer von gefühlt 22 °C auf 20 °C gesenkt. Das Umweltbundesamt empfiehlt im Wohnbereich möglichst nicht mehr als 20 °C, in der Küche 18 °C und im Schlafzimmer 17 °C. Laut Verbraucherzentrale spart jedes Grad weniger ungefähr 6 % Energie. Ohne die Thermostate hätte ich diese Werte aber nie zuverlässig gehalten. Deshalb rechne ich ihnen den größten Anteil zu.

Was darf ich als Mieterin überhaupt selbst verändern?

Alles, was die Bausubstanz nicht berührt und sich beim Auszug spurlos zurückbauen lässt, war für mich ohne Rückfrage in Ordnung. Die Verbraucherzentrale schreibt ausdrücklich, dass du in einer Mietwohnung das Thermostat auch selbst austauschen kannst. Die alten Thermostate sollst du aber unbedingt aufbewahren, damit du beim Auszug den ursprünglichen Zustand wiederherstellen kannst. Unsere liegen beschriftet in einer Tüte im Kellerabteil.

Der Messdienstleister ista nennt neben dem aufgeschraubten Thermostatkopf auch eine selbstklebende Fensterdichtung und Heizkörper-Reflexionsfolie als Beispiele für kleine Maßnahmen, die keine Zustimmung brauchen. Kritisch sieht er vollflächig verklebte Isolierfolien auf Fensterscheiben, weil sie Spannungsrisse verursachen können. Gebohrt habe ich nirgends: Der Vorhang hängt an einer Klemmstange, die Folie ist nur angeklebt. Das ist meine Praxis, keine Rechtsberatung. Wenn du unsicher bist, frag kurz bei deinem Vermieter nach.

Checkliste, was ich als Mieterin ohne Erlaubnis des Vermieters gemacht habe: Thermostatkopf tauschen und den alten aufbewahren, selbstklebende Fensterdichtung, Heizkörper-Reflexionsfolie, Heizkörper entlüften; vorher fragen bei Bohren in Rahmen und Wände und vollflächiger Isolierfolie auf Fensterscheiben

Meine Faustregel: Was ich beim Auszug spurlos zurückbauen kann, mache ich selbst. Alles andere frage ich vorher.

Welche Fehler habe ich dabei gemacht?

Mein größter Fehler war der Thermovorhang. In der ersten Woche hing er bodenlang direkt vor dem Heizkörper, und das Schlafzimmer wurde abends kaum warm. Die Verbraucherzentrale Hamburg warnt genau davor: Vorhänge, Abdeckungen oder Möbel vor Heizkörpern blockieren die Wärmeabgabe, zu Möbeln sollen mindestens 30 Zentimeter Abstand bleiben.

⚠ Thermovorhang: nie vor den Heizkörper

Ein dicker Vorhang hält nachts Kälte vom Fenster ab, aber nur, wenn er die Wärme nicht im Fensterbereich einsperrt. Ich habe meinen auf Fensterbankhöhe gekürzt, damit der Heizkörper frei in den Raum heizt. Tagsüber ziehe ich ihn auf, damit die Sonne hereinkommt.

Fehler Nummer zwei habe ich nur dank der monatlichen Verbrauchsinformation bemerkt. Seit 1. Januar 2022 müssen Mieter mit fernablesbaren Zählern jeden Monat ihren Verbrauch in kWh bekommen, mit Vergleich zum Vormonat und zum Vorjahresmonat. Im Februar 2026 sprang unser Wert deutlich nach oben. Die Ursache: Im Bad stand das Kippfenster tagelang offen, und das Thermostat darunter heizte dagegen an. Seitdem lüfte ich das Bad nach dem Duschen kurz und kräftig und schließe dann das Fenster.

Fehler Nummer drei war eher Ungeduld. Ich habe die Thermostate anfangs zu stark abgesenkt, auf 15 °C tagsüber. Abends brauchte die Wohnung dann lange, bis sie wieder warm war, und ich habe die Thermostate genervt manuell hochgedreht. Mit 17 °C als Absenktemperatur und einer Aufheizzeit eine Stunde vor dem Heimkommen lief es deutlich besser.

Was mache ich in dieser Heizsaison anders?

Ich wiederhole die Handgriffe, die nichts kosten, und schaue mir die Abrechnung genauer an. Die Heizkörper habe ich diese Woche schon entlüftet, bei den Thermostaten wechsle ich die Batterien und passe das Wochenprogramm an meine neuen Homeoffice-Tage an. Neu kaufen muss ich dieses Jahr nichts.

Für die Abrechnung will ich mir einen zweiten Blick holen. SenerCon bietet auf seiner Website einen kostenlosen HeizkostenCheck an, der Abrechnungen auf Pflichtangaben, die CO₂-Aufteilung und mögliche Kürzungsrechte prüft. Wer da einen Code oder ein Angebot für die kostenpflichtigen Leistungen sucht, findet die SenerCon-Seite auf rabattdigga.de. Ein Kürzungsrecht ist kein theoretisches Thema: Nach § 12 HeizkostenV darfst du deinen Anteil an den Heizkosten um 3 % kürzen, wenn der Vermieter die Informationen nach § 6a nicht oder nicht vollständig mitteilt.

Und ich will endlich wissen, ob meine 20 °C wirklich 20 °C sind. Die Thermostate messen direkt am Heizkörper, da ist es wärmer als am Sofa. Ein einfaches Thermohygrometer steht auf meiner Liste, Messgeräte dieser Art findest du zum Beispiel bei Trotec.

Schrittliste meines Plans für diese Heizsaison: Mitte Oktober Heizkörper entlüften und Thermostate prüfen, November HeizkostenCheck für die Abrechnung, jeden Monat die Verbrauchsinformation mit dem Vorjahresmonat vergleichen, Februar Zwischenbilanz, Herbst 2027 neue Abrechnung

Mein Kalender für diesen Winter. Im Februar schaue ich besonders genau hin, weil ich dort im letzten Jahr den Ausreißer hatte.

💡 Die 3 Zahlen, die ich in jeder Abrechnung suche

Erstens den Verbrauch in kWh, nicht nur die Einheiten der Heizkostenverteiler. Zweitens die witterungsbereinigte Grafik zum Vorjahr. Drittens die Verteilung zwischen Grundkosten nach Fläche und Verbrauchskosten. Mit diesen drei Zahlen weißt du, wie viel du mit deinem eigenen Verhalten überhaupt bewegen kannst.

Häufige Fragen

Darf ich als Mieter Heizkörperthermostate selbst austauschen?

Ja. Laut Verbraucherzentrale kannst du in einer Mietwohnung das Thermostat selbst austauschen. Bewahre die alten Thermostate auf, damit du beim Auszug den ursprünglichen Zustand wiederherstellen kannst.

Wie viel spart ein Grad weniger Raumtemperatur?

Laut Verbraucherzentrale spart jedes Grad weniger ungefähr 6 % Energie. Das Umweltbundesamt empfiehlt im Wohnbereich möglichst nicht mehr als 20 °C und im Schlafzimmer 17 °C.

Was ist die monatliche Verbrauchsinformation?

Wenn fernablesbare Zähler eingebaut sind, muss der Gebäudeeigentümer dir nach § 6a HeizkostenV seit 1. Januar 2022 jeden Monat deinen Verbrauch in kWh mitteilen. Dazu gehören Vergleiche mit dem Vormonat, dem Vorjahresmonat und einem Durchschnittsnutzer.

Lohnt sich Reflexionsfolie hinter dem Heizkörper?

Bei mir ist sie Teil eines Pakets, das ich auf rund 15 € Ersparnis im Jahr schätze, zusammen mit dem Thermovorhang. Ich habe sie nur hinter die zwei Heizkörper an der Außenwand geklebt, ohne zu bohren.

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